Die Samtgemeinde Hage
Das Wort "Samtgemeinde" hat, wie häufig von auswärtigen Gästen vermutet wird,
nichts mit Samt und Seide zu tun. Es handelt sich hierbei um einen Ausdruck aus der Verwaltungssprache und bedeutet "Gesamtgemeinde", die nach einem Zusammenschluss von mehreren selbständigen Einzelgemeinden entsteht. Das hat im Jahre 1964 in Hage stattgefunden. Damals haben sich der Marktflecken Hage, zu dem bereits Berum und Blandorf-Wichte gehörten, sowie die Gemeinden Berumbur, Halbemond, Lütetsburg, Hagermarsch (mit Hilgenriedersiel und Junkersrott) zur Samtgemeinde Hage zusammengeschlossen. Heute zählt die Samtgemeinde Hage ca. 9900 Einwohner auf einer Fläche von insgesamt 68,6 qkm.
Hier ein Kurzportrait der einzelnen Mitgliedsgemeinden
Hage
Der Name stammt aus dem niederdeutschen Wort "Hag", was soviel wie Wald bedeutet. Das zeigt, daß es schon vor vielen Jahrhunderten die großen Waldgebiete rund um Hage gab, die uns bis heute erhalten geblieben sind. Die auf einer Warf errichtete Wehrkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist Zeuge der geschichtlichen Entwicklung des Ortes. Schon um 1664 wurde Hage als Marktflecken erwähnt. Das
ist ein Beweis für die damals starke Besiedlung des Reihendorfes, was gleichzeitig ein Anwachsen der handwerklichen Betriebe und damit des Handels zur Folge hatte.
Erste Erwähnungen einer Mühle datieren auf das Jahr 1597 zurück. Die Hager Mühle,eine Galerieholländer-Windmühle, ist nach einer wechselvollen Geschichte in ihrer heutigen Form mit einer Höhe von 42 m die höchste in Ostfriesland.
Heute ist Hage der zentrale Mittelpunkt der Samtgemeinde. Hier befinden sich die Verwaltung, Schulen und Sporteinrichtungen sowie Ärzte und Apotheken. Der lebendige Einkaufsort mit zahlreichen Geschäften und einem vielseitigen gastronomischen Angebot versorgt inzwischen ein weitläufiges Hinterland. Die Gemeinde hat in den
letzten Jahren zudem großzügige Neubaugebiete geschaffen, was zu einem beständigen Anwachsen der Einwohnerzahlen geführt hat.
Berum - Berumbur
Die Burg Berum gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Burgen Osffrieslands.
Ein historisches Ereignis von vielen war 1600 die Unterzeichnung des Berumer Vertrages, der zu einer Vereinigung des Harlingerlandes mit Ostfriesland führte. Nicht nur der sich an die Burganlagen anschließende Wald, sondern die gesamte Umgebung laden zu erholsamen Spaziergängen ein.
Nicht weit davon liegt der "Ferienpark Berum" - eine Ferienhausanlage mit 600 massiv gebauten Einheiten. Mittelpunkt dieser Siedlung ist ein Kurzentrum mit Frei- und Hallenbad, Sauna und Kurmitteleinrichtungen. Tennisplätze und eine Minigolfanlage
runden das Angebot dort ab. Der inzwischen rekultivierte Kiessee mit einem befestigten Rundweg ist ein beliebter Anziehungspunkt für Angler und Spaziergänger.
Lütetsburg
Das Wasserschloss in Lütetsburg gilt als eine der schönsten Burganlagen in Norddeutschland. Auch dieses Schloss wurde seit seiner Gründung im späten Mittelalter wiederholt durch Feuer zerstört und immer wieder in veränderter Form aufgebaut. Seit dem Jahre 1581 befindet es sich im Besitz der Familie zu lnn- und
Knyphausen, deren Nachfahren noch heute darin leben.
Der dazugehörende Schlosspark mit seinem uralten Baumbestand, den zahllosen Rhododendren und Azaleen ist von romantischer Schönheit. Ein Besuch dort lohnt sich zu jeder Jahreszeit. An den Park schließt sich im Süden und im Norden ein großes Waldgebiet mit vielen gut ausgebauten Rad- und Wanderwegen an.
Halbemond
Die ehemalige Moorrandsiedlung südlich des Kirchspiels Hage grenzt im Norden an die Waldgebiete Lütetsburg und erstreckt sich im Süden bis zu den Moorgebieten Berumerfehns.
Der freundliche Ort eignet sich besonders für Radtouren, um die Naturschönheiten zu genießen.
Der eigentümliche Name stammt aus der Zeit der Moorkolonisten und ist dem niederdeutschen Wort "Halfmahn" entnommen. Es geht zurück auf Nutzungsvereinbarungen, die zwischen Eigentümer und Pächter der Ländereien geschlossen wurden. Dem Eigentümer stand danach die Hälfte (= half) des Mähertrages (= mahn) zu.
Hagermarsch - Theener - Hilgenriedersiel
Hilgenriedersiel ist die nördlichste Mitgliedsgemeinde und gleichzeitig Hages "Tor zur Nordsee". Hinter dem mächtigen Seedeich, der das dahinter liegende Marschenland vor Sturmfluten schützt, liegt das Wattenmeer. Dieses Gebiet gehört inzwischen zum
"Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer" und ist durch besondere
Bestimmungen geschützt. Es gibt aber direkt am Ufersaum ausgeschilderte Wege, auf denen gewandert werden darf.
Quelle: Ortsprospekt und Gastgeberverzeichnis Luftkurort Hage im Ferienland Ostfriesland